
Egal ob Sportuhr oder Smartphone, eine optimale GPS-Aufzeichnung erfordert sowohl gute Umgebungsbedingungen als auch die richtigen Geräteeinstellungen. Im Folgenden erfährst du, wie du unter idealen Voraussetzungen die bestmögliche GPS-Genauigkeit erzielst.
GPS-Signale kommen von Satelliten am Himmel – daher ist eine freie Sicht zum Himmel essenziell. Vermeide es, deine Aktivität in engen Häuserschluchten, tiefen Tälern oder dichten Wäldern zu starten. Solche Hindernisse blockieren oder reflektieren die Signale und verschlechtern die Positionierung. Plane deinen Startpunkt möglichst auf einer freien Fläche und versuche, während der Strecke grosse Hindernisse zu meiden. In der Stadt „springen“ Tracks gern zwischen Strassenseiten, wenn hohe Gebäude das Signal reflektieren. Eine offene Umgebung liefert dagegen ein starkes GPS-Signal und somit präzisere Daten.
Sowohl bei der Sportuhr als auch beim Smartphone spielt die Position am Körper eine Rolle. Trage deine Sportuhr aussen am Handgelenk und nicht versteckt unter dicker Kleidung – so hat die Uhr besseren Satellitenkontakt. Dein Körper besteht zu ~70% aus Wasser und kann GPS-Signale dämpfen. Ähnlich kann ein Smartphone in der Tasche oder dicht am Körper abgeschirmt werden. Besser: Befestige das Handy in einer Armtasche oder halte es locker in der Hand mit Sicht nach oben. Beim Laufen in einer grossen Gruppe (z.B. Marathon-Start) haben viele Menschen um dich herum einen ähnlichen Abschirm-Effekt – wundere dich also nicht, wenn der Track zu Beginn etwas ungenau ist. Achte auch darauf, keine Handyhülle zu verwenden, die den GPS-Empfang beeinträchtigt (einige metallische Hüllen können das Signal schwächen).
Bevor du losläufst oder losfährst, gib deinem Gerät Zeit, den GPS-Empfang zu stabilisieren. Aktiviere das GPS und warte einige Sekunden, bis genügend Satelliten gefunden sind. Moderne Sportuhren (bspw. Garmin) zeigen etwa einen GPS-Balken oder Status an – starte deine Aufzeichnung erst, wenn dieser anzeigt, dass das Signal stark ist (oft durch einen grünen Kreis oder Text wie „GPS bereit“). Smartphone-Nutzer: Stelle sicher, dass die Ortungsdienste eingeschaltet sind und die Tracking-App Berechtigung hat, deinen Standort kontinuierlich zu nutzen. Vermeide es, sofort nach Start in einen Tunnel oder unter ein Dach zu gehen – beginne idealerweise im Freien, damit der erste GPS-Fix zuverlässig ist.
Tipp: Einige Geräte unterstützen AGPS (Assisted GPS). Das bedeutet, wenn dein Smartphone oder deine Uhr mit dem Internet verbunden war, haben sie aktuelle Satelliten-Daten geladen und finden so schneller eine präzise Position. Ein kurzer Blick in eine „GPS-Status“ App kann helfen, die Zahl der Satelliten und die aktuelle Genauigkeit abzuschätzen. Warte notfalls ein paar Momente länger, um einen 3D-Fix (Position + Höhe) zu bekommen, bevor du loslegst.
Moderne Sportuhren und viele Smartphones bieten Einstellungen, die die Track-Genauigkeit verbessern können:
Trotz aller Vorbereitung gibt es Situationen, die du nicht ändern kannst. Tunnel oder U-Bahn-Abschnitte werden zwangsläufig zum Signalverlust führen – viele Uhren pausieren dann oder überbrücken kurze Strecken mit Bewegungssensoren, aber lange Tunnel erzeugen oft gerade Linien im Track. Hier kannst du höchstens darauf vorbereitet sein, dass die Aufzeichnung ungenau sein wird. Schlechtes Wetter wie starker Regen oder dichte Wolken hat in der Regel nur geringen Einfluss auf GPS im L-Band (anders als Satelliten-TV). Allerdings können extreme atmosphärische Störungen (z.B. Sonnenstürme) das Signal beeinträchtigen – dies ist selten, aber möglich. In einem Fahrzeug wiederum können metallbedampfte Windschutzscheiben oder Elektronik das Signal schwächen. Versuche, das Gerät nah an ein Fenster zu bringen, wenn du mit dem Auto oder Zug trackst.
Bleibe möglichst in Bewegung: Viele kleine Zickzack-Abweichungen werden vom Gerät als Distanz addiert. Wenn du häufig stop-and-go machst, können mehr solcher Ungenauigkeiten entstehen, als wenn du gleichmässig läufst. Natürlich sollst du deinen Lauf/Ride nicht davon komplett diktieren lassen – aber es hilft zu wissen, dass konstante Bewegung dem GPS meist ein klareres Signal liefert als ständiges Abdecken (z.B. Anhalten unter Bäumen).
Befolgst du diese Tipps, schaffst du optimale Bedingungen für eine GPS-Aufzeichnung – sowohl mit der Sportuhr als auch mit dem Smartphone. Du wirst eine deutlich bessere Genauigkeit erzielen, insbesondere was die aufgezeichnete Strecke und Tempo angeht. Denke aber daran: Ein paar Meter Abweichung lassen sich nie ganz vermeiden. Unter idealen Umständen erreichst du etwa 3–5 m Genauigkeit, in schwierigem Gelände können es auch >10 m sein. Erfahrungsgemäss bewegen sich die Distanzwerte guter GPS-Geräte innerhalb von ~1–3% des tatsächlichen Werts. Das heisst, ein vermessener 10-km-Lauf könnte z.B. mit 10,1 km geloggt werden – diese leichte Überlänge ist normal und resultiert aus kleinen GPS-Drifts und Mehrwege-Effekten. Lass dich davon nicht entmutigen. Mit freien Himmel, richtigen Einstellungen und bewusster Handhabung holst du das Maximum aus deiner GPS-Aufzeichnung heraus und kannst deine Trainings präzise verfolgen. Viel Spass beim Tracking